Daniel Grummt

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Dienstadresse

Daniel Grummt, Dipl.-Soz.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 107
07743 Jena
daniel.grummtuni-jena.de
Tel. +49 (0) 3641 9 44195

Curriculum Vitae

Daniel Grummt (geb. 1984) studierte von 2004 bis 2010 an der TU Dresden Soziologie mit dem Schwerpunkt Kultursoziologie und dem Wahlpflichtfach Erziehungswissenschaft/Sozialpädagogik. Während seines Studiums war er als Tutor am Institut für Soziologie sowie als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Sozialpädagogik mit Schwerpunkt Erziehung und Bildung und Erziehung in früher Kindheit (Prof. Dr. Christian Niemeyer) tätig. Nach seinem Studium arbeitete Daniel Grummt als Lehrkraft für besondere Aufgaben insbesondere im Bereich der Soziologischen Theorie (Prof. Dr. Christian Jean-Marcel Papilloud) sowie im Bereich Sozialstrukturanalyse moderner Gesellschaften (Prof. Dr. Reinhold Sackmann) an der MLU Halle-Wittenberg. 2013 wurde ihm dort von der Institutsgruppe Soziologie der Preis für „besonders gute Lehre“ verliehen. Darüber hinaus war Daniel Grummt aktiv in verschiedenen Gremien der akademischen Selbstverwaltung (u. a. Mitglied der Senatskommission für Studium und Lehre an der MLU Halle).

Dissertationsprojekt

Lyrische Gesellschaft. Die ‚romantische Seite‘ der Soziologie

Während sich die (Literatur-) Soziologie bisher meist einschlägig bekannten Werken von Literat_innen zugewandt hat, sind die literarisch-künstlerischen Erzeugnisse von Soziologinnen und Soziologen, insbesondere deren geschriebene Lyrik, bislang kaum in einem größeren Zusammenhang eingehender berücksichtigt, geschweige denn miteinander in Beziehung gebracht worden. Dieses Manko möchte das vorliegende Dissertationsprojekt zum Thema „Lyrische Gesellschaft. Die ‚romantische Seite’ der Soziologie“ beheben, indem es sich einerseits gezielt mit der Poesie (z. B. in Form von Gedichten) in den Werken von Soziolog_innen (u. a. bei Georg Simmel, Marie Jahoda, Norbert Elias und Heinrich Popitz) auseinandersetzt und andererseits darzustellen versucht, welche Wechselwirkungen zwischen soziologischem und lyrischem Werk jeweils konkret bestehen.
Dadurch soll sichtbar gemacht werden, dass die Soziologie keineswegs nur über einen aufklärerischen Anspruch verfügt, der z. B. wissenschaftliche Erkenntnisse über soziale Phänomene und Sachverhalte zu erbringen vermag, sondern ebenso eine ‚romantische Seite’ aufweist, der es u. a. darum geht, soziologisches Wissen (qua Poesie) zu ‚verrätseln’. Letztlich ist die dergestalt von den Soziolog_innen generierte ‚soziologische Poesie’ v. a. insofern interessant, da sie dazu verwendet werden kann, Adressat_innen außerhalb der Soziologie mit soziologischem Wissen zu konfrontieren. Dies plausibel aufzuzeigen, ist Gegenstand des skizzierten Vorhabens.

Forschungsinteressen

Gegenwartsphänomene im Blick der Soziologie, u. a. ‚Poetry‘ und ‚Science Slam‘, das Pokerspiel; (Wissenschafts-)Geschichte der Soziologie; Klassiker der Soziologie: Georg Simmel und Max Weber; Kultursoziologie, insbes. das Verhältnis von ‚Spiel‘ und ‚Gesellschaft‘; Literatursoziologie; qualitative, nichtstandardisierte Sozialforschung; Soziologische Theorie; Soziologie der Öffentlichkeit und Medien, insbesondere die sozialen Phänomene ‚Straßenbahn‘ und ‚Wikipedia‘

Publikationen

MONOGRAFIEN

  • (zusammen mit P. Hausdorf) Zur Soziologie des Pokerspiels. Eine qualitativ-theoretische Studie zu Pokerakteuren, Saarbrücken 2010. [308 Seiten; zugleich Veröffentlichung der Diplomarbeit]

AUFSÄTZE & LEXIKONARTIKEL

  • Zur vierfachen Widerständigkeit von Gedichten. Einige soziopoetische Implikationen, in: Aida Bosch/Hermann Pfütze (Hg.), Ästhetischer Widerstand gegen Zerstörung und Selbstzerstörung, Wiesbaden 2017, S. 231-245.
  • Öffentliche Soziologie erprobt am Format des Science Slams. Eine Praxisreflexion, in: Stefan Selke/Annette Treibel (Hg.), Öffentliche Gesellschaftswissenschaften. Grundlagen, Anwendungsfelder und neue Perspektiven, Wiesbaden 2017, S. 187-207.
  • SozialwissenschaftlerInnen und KünstlerInnen? Das Beispiel lyrischer SoziologInnen, in: Michael Kauppert/Heidrun Eberl (Hg.), Ästhetische Praxis, Wiesbaden 2016, S. 395-420.
  • Sociology goes Public – Der Science Slam als geeignetes Format zur Vermittlung soziologischer Erkenntnisse?, in: Stephan Lessenich (Hg.), Routinen der Krise – Krise der Routinen. Verhandlungen des 37. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Trier 2014, Trier 2015, S. 1652-1663. [online verfügbar unter: Sociology goes public – Der Science Slam als geeignetes Format zur Vermittlung soziologischer Erkenntnisse? | Grummt | Verhandlungen der Kongresse der Deutschen Gesellschaft für Soziologie]
  • (zusammen mit P. Hausdorf) Alternative Aufstiegswege in der Marktgesellschaft, Professionelles Pokerspielen als Symptom veränderter sozialer Rahmenbedingungen?, in: Berliner Debatte Initial, Jg. 23 (2012), H. 3, S. 125-134.
  • (zusammen mit P. Hausdorf) Zur Soziologie des Pokerspiels. Pokern im Blick der soziologischen Theorie der ‚bürgerlichen Gesellschaft‘, in: Sociologia Internationalis, Jg. 2 (2009), S. 163-195.
  • Art. »Korruption«, in: Christian Niemeyer (Hg.), Nietzsche Lexikon, Darmstadt 2009, S. 184.

TAGUNGSBERICHTE

  • Tagungsbericht: Jahrestagung der Sektion Kultursoziologie 2013, in: Soziologie, Jg. 42 (2013), Nr. 4, S. 427-430.
  • (zusammen mit P. Hausdorf) Tagungsbericht: Wie bürgerlich ist die Moderne? – Bürgerliche Gesellschaft, Bürgertum und Bürgerlichkeit, in: Soziologie, Jg. 37 (2008), H. 1, S. 89-95.

Vorträge

  • „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Zur autoethnographischen und soziologischen Erschließung von Architektur anhand von Lyrik [Workshop der AG Architektursoziologie: Empirische Methoden der Architektursoziologie, Universität Leipzig, 25. November 2016]
  • Über Gesellschaft poetisieren? Die »romantische Seite« der Soziologie [2. Tagung Geschichte der deutschsprachigen Soziologie, Institut für Sozialforschung, Frankfurt a.M., 11. Dezember 2015]
  • Was machen eigentlich SoziologInnen? Opferlamm-Slam-Beitrag zum Soziologischen Science Slam [Lange Nacht der Wissenschaften 2015 in Halle, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,03. Juli 2015]
  • Von Bienen und Stachelschweinen: Die (Tier-)Fabel im Blick der Soziologie [Frühsommer-Workshop der DGS-Sektion Umweltsoziologie (»Tiere im Blick der Soziologie«), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 18. Juni 2015]
  • Sociology goes public. Der ‚Science Slam’ als geeignetes Format zur Vermittlung soziologischer Erkenntnisse? [37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in der Ad-hoc-Gruppe »‚Öffentliche Soziologie’: Die Soziologie und ihre Publika«, 09. Oktober 2014]
  • SozialwissenschaftlerInnen als KünstlerInnen? Das Beispiel lyrischer Soziologen [Tagung des AK Soziologie der Künste in der Sektion Kultursoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie: Ästhetische Praxis. Selbstentgrenzung der Künste oder Entkunstung der Kunst?, Universität Hildesheim, 26. Juni 2014]
  • Wikipedia – ein Medium der ‚bürgerlichen Gesellschaft‘? [Forschungskolloquium des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie, Institut für Soziologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 24. Januar 2012]
  • (zusammen mit P. Hausdorf) Soziologie und Pokerspiel [Kolloquium: Geschichte und Soziologie moderner Kulturen (auf Einladung von Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr), Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig, 17. November 2009]
  • (zusammen mit P. Hausdorf) All-in, Bluff, Check & Co. Zu einer Soziologie des Pokerspiels [Integrale (Institut für studium generale) Ringvorlesung: Kein Glück im Spiel…? Finde heraus, woran es liegt – die Ringvorlesung über die Welt des Spielen, Technische Universität Dresden, 12. November 2008]

Varia

JOURNALISTISCHE BEITRÄGE/BLOG-BEITRÄGE

GEDICHTE

  • Aus Kaugummi, in: Spurwechsel #4/06 (2017), S. 33.
  • Stirnholz, in: etcetera. Literatur und so weiter, Jg. 66 (2016), Nr. 3, S. 47.
  • Resonante Verse, in: Ellen Roemer (Hg.), Und niemand glaubt an mich!? Anthologie zum 5. Brüggener Literaturherbst, Vechta 2014, S. 77.