Mirjam Hanna Sauer

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Dienstadresse

Mirjam Hanna Sauer, Dipl.-Theol.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 107
07743 Jena
mirjam.saueruni-jena.de
Tel. +49 (0) 3641 9 44195

Curriculum Vitae

Mirjam Sauer (geb. 1985) studierte von 2004 bis 2012 Evangelische Theologie in Heidelberg, München und Neuendettelsau. Als Werskstudentin und Praktikantin war sie in der Frauengleichstellungsstelle der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) und der Evangelisch-lutherischen Kirche Belém/ Brasilien tätig. Sie war Stipendiatin der Elisabeth Krauß´schen Stipendientiftung der ELKB. Seit 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FSU Jena. Bis September 2015 war sie dort am Lehrstuhl für Systematische Theologie von Prof. Dr. Miriam Rose tätig. Seitdem ist sie Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“.

Dissertationsprojekt

Edukative Rede. Religionskommunikation beim frühen Schleiermacher (1796-1802)

Im brüchig gewordenen Gefüge von Mensch und Umwelt entwickelt Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher am Ende des 18. Jahrhunderts eine Theorie religiöser Rede die unterschiedliche edukative Aspekte aufweist. Sie operiert im Spannungsfeld der Unverfügbarkeit von Religion und der Notwendigkeit des individuellen Ausdrucks derselben. Zur Überwindung dieser Spannung stellt er das Individuum in die Mitte dieser Überlegungen. Somit lässt sich Schleiermachers religiöse Kommunikationstheorie als eine Antwort auf die aufbrechenden Problemkonstellationen an der Schwelle zur Moderne lesen.
Quellen der Untersuchung sind die „Reden“ (1799) und ausgewählte Predigten aus den Jahren zwischen 1796 und 1802. Gemeinsam ist diesen Texten durch ihre jeweiligen Gattungen ihr kommunikativer Charakter. In der Auseinandersetzung mit diesen Textformen wird danach gefragt, wie religiöse Kommunikation theoretisch  entwickelt und praktisch vollzogen wird. Modelltheoretische Überlegungen rahmen die Arbeit und stellen einen Zusammenhang zum Wissensmodell Romantik her.
Die Arbeit leistet einen inhaltlichen Beitrag zur systematisch-theologischen Erschließung der religiösen Kommunikationstheorie Schleiermachers, die auf dem Hintergrund der zeitgenössischen Debattenlage beleuchtet wird. Darüber hinaus setzt sie methodische Akzente zur Möglichkeit systematisch-theologischer Rezeption von Predigten, die im Gespräch mit historischen und literaturwissenschaftlichen Methoden entwickelt werden. Durch die Anwendung der Modelltheorie auf die Ergebnisse der Analyse werden Perspektiven für eine gegenwärtige Relevanz eines Wissensmodells Romantik eröffnet.

Forschungsinteressen

Religion und Romantik, Protestantismus und Diaspora, Theologische Bildungstheorie, Schriftverständnis und Hermeneutik, Schleiermacherforschung

Vorträge

  • Unendlichkeit erschreiben. Frühromantische Literatur als religiöse Praxis zwischen Reduktion und Anreicherung christlicher Tradition [Tagung: Finden und Erfinden. Die Romantik und ihre Religionen. 1790-1820, Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung in Kooperation mit dem Seminar für Jüdische Studien, Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, 18. Mai 2017]
  • Doppelte Selbstreflexivität. Zum Wechselverhältnis von Metadiskurs und religiöser Rede in Schleiermachers Religionsschrift [Symposium: Schleiermachers „Christliche Sitte“, Internationale Schleiermacher Gesellschaft e.V., 15. Oktober 2016]
  • (zusammen mit Markus Bleeke/Rebekka Scherff) Frühromantische Briefkultur [Lange Nacht der Wissenschaften: Sternstunden. Entdecke Wissenschaft in Jena, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 24. November 2013]

Varia

JOURNALISTISCHE BEITRÄGE/BLOG-BEITRÄGE