Raphael Stübe

raphael_stueber

Dienstadresse

Raphael Stübe, M.A./M.Ed.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 110
07743 Jena
raphael.stuebeuni-jena.de
Tel. +49 (0) 3641 9 45513

Curriculum Vitae

Raphael Stübe (geb. 1988) studierte von 2008 bis 2011 im Bachelor of Arts an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Von 2011 bis 2015 absolvierte er ebenfalls an der WWU Münster und an der Università degli Studi Roma Trè den Masterstudiengang Kulturpoetik und Komparatistik sowie im Master of Education die Fächer Germanistik und Geschichte. Während seines Studiums arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft am Germanistischen Institut Münster und war als Forschungsstudent im DFG-Graduiertenkolleg „Literarische Form“ tätig. Nach seinem Studium war Raphael Stübe als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dr. Andreas Blödorn tätig. Seit Oktober 2015 ist er Kollegiat des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“ und seit dieser Zeit auch Sprecher der Doktorand_innen.

Dissertationsprojekt

Neoromantik der Jahrhundertwende. Transformationen, Impulse und Textverfahren eines populären Phänomens

Es lässt sich nicht leugnen: In der Literatur der Jahrhundertwende entwickelt sich ein reges, neuartiges Interesse an dem Romantischen. Gerade junge Autorinnen und Autoren experimentieren um 1900 mit Märchenstoffen und den brüchigen Textstrategien einer literarischen Romantik, sodass sich ein ›neoromantisches‹ Schreiben für wenige Jahre als ein regelrechter Modetrend etabliert. Wie aber lässt sich eine solche Neoromantik der Jahrhundertwende analytisch greifen, die in den literarischen Zeitschriften um 1900 noch angeregt diskutiert wird, um nur wenige Jahre später – und bis in die aktuelle Forschung hinein – wenn nicht vergessen, dann vor allem als diffamierendes Schlagwort verwendet zu werden? Die Arbeit schlägt eine zweiteilige Differenzierung vor: Zum einen kann die zeitgenössische „Neuromantik“ als ein literarischer Diskurs beschrieben werden, der sich mit Hermann Bahr und Maurice Maeterlinck um 1890 ausbreitet und schließlich um das Jahr 1910 an Attraktivität verliert. Zum anderen lässt sich Neoromantik aber auch als ein Textverfahren analysieren, mit dem sich literarische Texte ein ›romantisches‹ Schreiben aneignen und um neuartige, spezifisch ›moderne‹ Elemente aktualisieren. Was also ist das ›Neue‹ an der Neoromantik und was macht es für eine junge Moderne der Jahrhundertwende so attraktiv? Mithilfe eines Modells von Romantik können die Aktualisierungen romantischen Schreibens in den Frühwerken von Heinrich Mann, Hermann Hesse und Hanns Heinz Ewers nachverfolgt werden, wobei eine gemeinsame Problemkonstellation zwischen Romantik und Jahrhundertwende auch mit Blick auf Einzeltexte von Gerhart Hauptmann, Ricarda Huch und Hugo von Hofmannsthal diskutiert wird.

Forschungsinteressen

Literatur und Kultur der Jahrhundertwende, Romantik, Gegenwartsliteratur, Semiotik, Game Studies

Publikationen

AUFSÄTZE & HANDBUCHARTIKEL

  • An den Grenzen des flexiblen Normalismus. Entscheidungsstatistik in den Telltale Games zwischen Regulierung und Problematisierung von Normalität, in: Maren Conrad/Theresa Schmidtke/Martin Stobbe (Hg.), Digitale Kontexte. Literatur und Computerspiel in der Gesellschaft der Gegenwart. Sonderausgabe #2 von Textpraxis. Digitales Journal für Philologie (2.2017) [online verfügbar unter: http://www.uni-muenster.de/Textpraxis/raphael-stuebe-grenzen-des-flexiblen-normalismus]
  • ‚I can’t change the past‘: Entscheidung und Beschleunigung im Adventure-Genre. Day of the Tentacle, The Wolf Among Us, Life is Strange, in: Redaktion Paidia (Hg.),»I’ll remember this«. Funktion, Inszenierung und Wandel von Entscheidung im Computerspiel, Glückstadt 2016, S. 57-82.
  • Art. „Märchen“, in: Andreas Blödorn/Friedhelm Marx (Hg.), Thomas Mann-Handbuch, Stuttgart/Weimar 2015, S. 324-326.

Vorträge

  • Romantik ohne Ironie. Korrekturen an der romantischen Kippfigur im Neuromantik-Diskurs der 1890er und 1900er Jahre [5. Jahrestagung der Friedrich-Schlegel-Gesellschaft: Wie romantisch ist die Neuromantik?, Deutsches Literaturarchiv Marbach, 27.-28. April 2017]
  • ‚Die kommende Romantik zeitgemäß zu machen‘. Neoromantisches Erzählen und seine Funktion in Heinrich Manns Mondnachtphantasien und Das Wunderbare [Jahrestagung der Heinrich Mann-Gesellschaft: Der frühe Heinrich Mann,, Buddenbrookhaus Lübeck, 25.-26. März]
  • ‚You and 82.7% of players chopped off Sarita’s arm‘: Normalismus und Entscheidung in den Adventure-Games von Telltale [Digital. Sozial. Marginal? Literatur und Computerspiel in der digitalen Gesellschaft, WWU Münster, 25.-27. Juni 2015]

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