GRK 2041/1

Das Graduiertenkolleg „Modell Romantik“ schafft eine neue Basis für die interdisziplinäre und internationale Erforschung eines europäischen und transatlantischen Rezeptionsphänomens.

Wir wollen die Präsenz der Begriffe „Romantik“ und „romantisch“ sowie die bemerkenswerte Persistenz mit ihnen verbundener Ideen und Praktiken erklären, indem wir davon ausgehen, dass seit der sich um 1800 in Jena konstituierenden Frühromantik Modellbildungsprozesse stattgefunden haben. Sie ermöglichen noch heute eine produktive Bezugnahme auf romantische Formen der Weltdeutung, der Selbstreflexion, der ästhetischen Gestaltung und der Lebensvollzüge. Die Rezeption und Vorbildwirkung der Romantik in verschiedenen kulturellen und nationalen Kontexten, aber auch an den Schnittstellen verschiedener gesellschaftlicher und epistemischer Bereiche wird mit Hilfe aktueller Modelltheorien neu gefasst. Diese bieten zugleich den methodischen Rahmen, geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung innovativ zu verbinden. Dem Graduiertenkolleg gehören Wissenschaftler_innen verschiedener Philologien (Germanistik, Romanistik, Anglistik und Amerikanistik), der Musikwissenschaft, der Theologie, der Wissenschaftsgeschichte, der Geschichtswissenschaft, der Computerlinguistik und der Soziologie an.

Die Entstehung hochwertiger Dissertationen wird durch ein Studienprogramm gefördert, das eine kollegübergreifende Verständigung ebenso garantiert wie die eigenständige Profilbildung der Doktorand_innen. Praktische Ausbildungsabschnitte in Dichterhäusern, Stiftungen und Museen, im Städtemarketing und im Kulturjournalismus schulen das Transferdenken, sorgen für eine breite Qualifizierung der Absolventen und bereiten Karrieren auch in außeruniversitären Bereichen vor.

Die Förderung des Kollegs durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist für die Zeit vom 01.10.2015 bis zum 31.03.2020 bewilligt. Derzeit arbeiten 14 Doktorand_innen am Kolleg. Die nächste Ausschreibung von Doktorandenstellen erfolgt Anfang 2018.