Kollegiat*innen 1. Kohorte

Monika Ludwig

Monika Ludwig

Curriculum Vitae

2009 - 2012 Bachelorstudium der Fächer Germanistik und Romanistik (Schwerpunkt Spanisch) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

2012 - 2015 Masterstudium „Literatur – Kunst – Kultur“ (Schwerpunkt Germanistik, Ergänzungsfächer Kunstgeschichte und Filmwissenschaft, Neuere Geschichte und Spanische Literaturwissenschaft)

Oktober 2015 - Februar 2019 Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“

Dissertationsprojekt

Das Ich am Abgrund: Gefährdete (Künstler-)Subjekte in Werken der ‚Schwarzen Romantik‘

Im Zuge soziokultureller Modernisierungsprozesse in Europa hat sich das Verständnis von Autonomie und Individualisierung Ende des 18. Jahrhunderts tiefgreifend verändert. Diese Entwicklung und ihre Folgen für das Ich werden intensiv in den theoretischen Schriften und literarischen Werken der zeitgenössischen Autoren thematisiert. So wird vor allem für die Romantiker das autonome Subjekt zu einer zentralen Größe im künstlerischen Schaffen. Dessen permanente Suche nach dem Absoluten und seine uneingeschränkte Freiheit in der Sphäre der Phantasie sind Anzeichen für die Entgrenzung von Kunst und Subjekt innerhalb des romantischen Diskurses. Was in der (Früh-)Romantik jedoch als eine Möglichkeit gesehen wird, sich ‚groß und ganz‘ zu fühlen, erfährt eine existentielle Umdeutung innerhalb der sogenannten ‚Schwarzen Romantik‘: Weder Realität noch Innenwelt bieten mehr Fixpunkte für die Ich-Identität, wodurch das (Künstler-)Subjekt ständig am geistigen Abgrund wandelt. Ein Hauptziel des Dissertationsvorhabens ist es deshalb, die mit Blick auf das Ich erkennbaren unterschiedlichen Darstellungsweisen des Gefährdungspotenzials aufzuzeigen und dessen ‚schwarzromantische‘ Funktionen zu diskutieren. Dafür ist es zunächst einmal notwendig, das Verständnis von ‚Schwarzer Romantik‘ an sich zu präzisieren, da in der bisherigen Forschung ein ausgesprochen uneinheitliches Bild von dieser existiert. Anhand exemplarischer Analysen zentraler deutschsprachiger Texte (unter anderem von Ludwig Tieck und E. T. A. Hoffmann) und in einem komparatistischen Vergleich mit Werken aus Frankreich sowie aus Spanien sollen anschließend Aussagen zur Variation und Reichweite des ‚Schwarzromantischen‘ innerhalb des europäischen Phänomens ‚Romantik‘ getroffen werden.

Publikationen

Kleinere Beiträge

Werner Busch/Petra Maisak (Hg.), unter Mitwirkung von Sabine Weisheit: Füsslis Nachtmahr. Traum und Wahnsinn. Ausstellungskatalog, Petersberg 2017:
o    Die Nacht und ihre Geschöpfe seit der Romantik, S. 187-188.
o    Kat.-Nr. 124: Ludwig Tieck (1773-1853). Der blonde Eckbert, S. 191-192.
o    Kat.-Nr. 125: Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776-1822). Der Sandmann, S. 192.
o    Kat.-Nr. 138: Gérard de Nerval (1808-1855). Aurelia oder Der Traum und das Leben, S. 200-201.
o    Kat.-Nr. 139: Edgar Allan Poe (1809-1849). Das schwatzende Herz und andere Novellen, S. 201.
o    Kat.-Nr. 140: Alfred Kubin (1877-1959). Wahnsinn, S. 202.

Vorträge

  • ‚La cruz del diablo‘ como expresión moderna de la tradición oral popular [Intensivprogramm: El pueblo y su voz en el espacio cultural europeo, Universität zu Köln, 20. Juli – 1. August 2012]