Kollegiat*innen 2. Kohorte

Julia Schreiter, M.A.

Julia Schreiter, M.A.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
DFG-Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 110
07743 Jena
+49 3641 9-44198
julia.schreiteruni-jena.de

Curriculum Vitae

2005 - 2011 Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Volkskunde/Kulturgeschichte an der FSU Jena

2011 - 2013 Journalistisches Volontariat beim Architekturmagazin Baumeister

2013 - 2014 Freiberufliche Redakteurin bei G+J Corporate Editors

2014 - 2015 Redakteurin beim Reiseunternehmen Asien Special Tours

2015 - 2018 Redakteurin bei der Hotellerie-Fachzeitschrift first class

Seit Oktober 2018 Kollegiatin am Graduiertenkolleg "Modell Romantik"

Dissertationsprojekt

Literarische Spielaspekte bei Robert Walser, Wilhelm Genazino und Matthias Zschokke. Eine gestufte Wirkungsgeschichte der Romantik

In vielen Werken von Robert Walser, Wilhelm Genazino und Matthias Zschokke finden sich Momente, die unter der Qualität des Leichten und der Metapher des Schwebens subsumiert werden können. Dies betrifft die Verbindung von Heiterem und Ernstem, die ganze Texte durchzieht, Illusionsdurchbrechungen, Als-ob-Handlungen sowie Sprachspiele. Diese Phänomene haben gemeinsam, dass sie Aspekte auf verschiedenen Textebenen – inhaltlich, sprachlich oder strukturell – in der Schwebe halten. Dabei zeigen sich Parallelen zu literarischen Verfahren der einzelnen Figuren- oder gesamten Textgestaltung, die Ludwig Tieck, Clemens Brentano und Joseph von Eichendorff etabliert haben.
Die umrissenen Phänomene möchte ich mit Wolfgang Isers Bestimmung des Textspiels aus Das Fiktive und das Imaginäre begrifflich fassen und zueinander in Beziehung setzen. Iser arbeitet mit den vier Spielkategorien agôn, alea, mimikry und ilinx. Iser nutzt sie, um in Texten Momente widerstreitender innertextueller Postionen sowie Lesererwartungen (agôn), des Zufalls (alea), der Nachahmung (mimikry) und der Subversion (ilinx) zu bestimmen. Über die Spielelemente, die die Texte konstituieren, hinaus kommen in den untersuchten Werken konkrete Spiele als Sujets vor. Dies betrifft insbesondere Elemente aus der Welt des Theaters, die auf den mimicry-Aspekt verweisen und diesen für die Untersuchung besonders fruchtbar erscheinen lassen.
Das Projekt untersucht, wie diese Formen bei den verschiedenen Autoren zusammenspielen. Das Ziel ist es, zu zeigen, inwieweit die Spielmomente der romantischen Texte mit denen der späteren Autoren übereinstimmen bzw. worin Differenzen bestehen. Abschließend soll die Frage beantwortet werden, inwieweit die Romantik ein (gestuftes) Modell für die herausgearbeiteten literarischen Spielmomente liefert. Damit hängt direkt das Gegen- und Miteinander von bedeutungsschweren, teils existenziellen, Aussagen und deren Rücknahme zusammen.