Kollegiat*innen 2. Kohorte

Theresa Brehm, M.A.

Theresa Brehm, M.A.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
DFG-Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 111
07743 Jena
+49 (0) 3641 9 44197
theresa.brehm@uni-jena.de

Curriculum Vitae

2012 - 2015 B.A. Studium der Germanistik und Erziehungswissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

2016 - 2019 M.A. Studium des Masterstudiengangs Literatur–Kunst–Kultur mit dem Schwerpunkt Neuere Deutsche Literatur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

2018 - 2019 Wissenschaftliche Hilfskraft am Graduiertenkolleg „Modell Romantik“

seit November 2019 Kollegiatin am Graduiertenkolleg „Modell Romantik“

Dissertationprojekt

Das Fortwirken des romantischen Kunstmärchens im 20. Jahrhundert

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts prägten die Brüder Grimm die Vorstellung davon, was ein Märchen sei. Parallel entwickelte sich um 1800 das romantische Kunstmärchen zu einer bedeutenden Gattung. Diese sich meist an Erwachsene richtende Literatur wird durch die Erfolgsgeschichte der ‚Gattung Grimm‘ stark zurückgedrängt. Das Dissertationsprojekt fragt danach, ob das romantische Kunstmärchen den einschneidenden Erfolg der ‚Gattung Grimm‘ überlebt hat und sich bis ins 20. Jahrhundert als lebhafte und an die Diskurse der Gegenwart rückgebundene Erwachsenenliteratur erhalten konnte.
Um herauszufinden, ob die Kunstmärchen der Romantiker modellbildend auf Kunstmärchen des 20. Jahrhunderts gewirkt haben, wird mithilfe des Modellansatzes ein abstraktes Darstellungsmodell des romantischen Kunstmärchens erarbeitet. Als Matrix dienen relevante poetologische Texte der Romantiker sowie einschlägige romantische Kunstmärchen, die die unterschiedlichen Ausprägungen der Gattung in der historischen Romantik abbilden. Dieses Darstellungsmodell des romantischen Kunstmärchens wird in einem zweiten Schritt der Arbeit als Analyseschablonen dienen, um einen Textkorpus von ausgewählten Prosatexten aus dem 20. Jahrhundert auf Romantik-Aktualisierungen zu untersuchen. Hierbei soll die Frage beantwortet werden, auf welche Weise und zu welchem Zweck die Kategorie des Wunderbaren im Kunstmärchen des 20. Jahrhunderts eingesetzt wird. Belegt werden soll, dass in der historischen Romantik ein ästhetisches Modell des Kunstmärchens entsteht, das über die eigentliche historische Epoche hinauswirkt. Zwar wurde in der Forschung bereits auf einzelne Romantik-Aktualisierungen hingewiesen, beispielsweise in den Märchen von Hermann Hesse, jedoch wird sich hierbei meist auf explizite Texthinweise berufen. Zum einen soll das Dissertationsprojekt auch weniger bekannte Texte auf Romantik-Aktualisierungen untersuchen und zum anderen mithilfe der Modelltheorie Erkenntnisse über Texte erlangen, bei denen Romantik-Aktualisierungen unterschwelliger und verdeckt in Erscheinung treten.
Indem die Arbeit bei der Erstellung des Korpus Kriterien für die Textauswahl liefern muss, soll gleichzeitig eine in der bisherigen Forschung noch ausstehende überzeugende Abgrenzung zwischen Kunstmärchen und Phantastik unternommen und somit ein Beitrag zur Lösung des Definitionsproblems der Gattung „Kunstmärchen“ geleistet werden.

Publikationen

Kleinere Beiträge

  • Rezension „Martin Reulecke: ‚Caroline Schlegel-Schelling. Rezeptionsgeschichte und Bibliographie‘, 2., überarbeitete u. aktualisierte Aufl., Würzburg 2018,“ Gestern | Romantik | Heute, 14.11.2019

Varia

  • Kulturbericht zur Ausstellung: „Grimms Märchen… und kein Ende“. Europäische Kunstmärchen zwischen Phantasie und Wirklichkeit, Gestern | Romantik | Heute, 21.11.2018
  • Gemeinsam mit Annemarie Müller, Maria Safenreiter und Felix Schallenberg: Gespräch über den Film ‚Undine‘. „Aber wir kommen ja nicht raus aus der deutschen Romantik, da kann man machen, was man will“ (Christian Petzold), Gestern | Romantik | Heute, 14.07.2020
  • In der Venushöhle: Ein Berg, eine Frau, ein verschollener Mann, faz.net, 22.09.2020