Qualifizierung

Betreuung

Die Individualbetreuung der Promotion erfolgt durch eine am Projekt beteiligte hauptverantwortliche Wissenschaftler*in. Um eine ausschließliche Bindung an eine/n Betreuer*in zu vermeiden, ist die Integration mindestens einer weiteren Betreuungsperson vorgesehen. Aus der zehnköpfigen Gruppe der Betreuenden wählen sich die Doktorand*innen feste Ansprechpartner*innen, um sich in Gesprächen notwendige Expertise und Unterstützung zu verschaffen. Die Festlegung auf eine Zweitbetreuung erfolgt sachorientiert erst im Arbeitsprozess. Der oder die hierfür Zuständige kann aus der Kolleggruppe stammen oder externe Wissenschaftler*in sein. Durch dieses Vorgehen soll die Durchlässigkeit des Kollegs und die Anschlussfähigkeit seiner Absolvent*innen erhöht werden.

Mit dem/der Erstbetreuer*in werden der Arbeitsplan und seine Phasen abgesprochen. Abgabefristen und Meilensteine werden nach Abstimmung im Betreuer*innen-kreis vom Sprecherrat kollegübergreifend festgelegt. So muss derzeit nach dem ersten Förderjahr ein dem Arbeitsverlauf angepasster, detaillierter und realistischer Arbeitsplan vorliegen und nach 18 Monaten das erste Kapitel der Arbeit abgegeben sein. Der/die Erstbetreuer*in überprüft das Einhalten der Fristen, liest die abgegebenen Texte und Kapitel, um diese mit dem/der Doktorand*in zu besprechen. Im Rahmen von halbjährlich stattfindenden Treffen der Betreuer*innen beraten die Beteiligten Fälle von Irritation im Promotionsprozess und suchen nach individuellen Lösungen.

Alle Doktorand*innen nehmen am Doktorand*innenkolloquium der zuständigen Betreuer*innen teil, um die Arbeitsergebnisse auch außerhalb des Graduiertenkollegs zu präsentieren. Es finden Mitarbeitergespräche zur Karriereplanung mit allen Kollegiat*innen statt, insbesondere aber mit denjenigen, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben oder die ihren Betreuer*innen als für diese Laufbahn besonders geeignet erscheinen. Sie werden durch ein Mentoring unterstützt, das auf die Förderung der wissenschaftlichen Eigenständigkeit und Profilbildung zielt. Folgende Optionen werden den Kollegiat*innen nach Ablauf der Konsolidierungsphase immer wieder angeboten und von ihnen auch genutzt: die Vermittlung einer Rezension oder eines Artikels in einem Peer-Review-Medium, die Ermutigung zur Lehre und sich in diesem Feld zu professionalisieren (Teilnahme an Workshops der Servicestelle „LehreLernen“), die Vermittlung von Tagungsbesuchen in der ersten Promotionsphase und von Tagungsvorträgen in der fortgeschrittenen Promotionsphase. Im internationalen Bereich werden auch längere Auslandsaufenthalte angestoßen.

Gespräche über mögliche Wege in die Forschung werden nicht nur einzeln geführt, sondern auch im Rahmen einer Veranstaltung, bei der eine Gruppe von Betreuer*innen interessierten Doktorand*innen persönlich Auskunft gibt. Ergänzt wird das Gespräch von einem von der Graduierten-Akademie für das Kolleg angebotenen Workshop. Hingewiesen wird hier auch auf internationale, nationale und universitätsinterne Förderinstrumente nach Abschluss der Promotion. Grundsätzlich werden die Service-Leistungen der Graduierten-Akademie von den Doktorand*innen sehr gut angenommen – auch die Kursangebote zur Laufbahnplanung und Karriereentwicklung, die sowohl Beratungen zur Wissenschaftskarriere als auch zu außeruniversitären Karrierewegen („Plan B“) umfassen.

Zwei besonders vielversprechende junge Wissenschaftler*innen werden durch das Mittel der Anschubförderung für ein Anschlussprojekt ausgewählt. Ziel der einjährigen Förderung ist es, eine erste wissenschaftliche Perspektive nach der in der Regelförderdauer mit einem sehr guten Prädikat abgeschlossenen Promotion zu bieten.

Neben der Individualbetreuung versucht das Kolleg, die Gruppe und ihre Struktur zu stärken, denn die Einbindung in eine Gruppe von Nachwuchswissen-schaftler*innen auf der gleichen Qualifikationsstufe schafft eine stützende Struktur und liefert Anreize, die eine Selbstkontrolle fördern. Aus diesem Grund gehören Präsenztage am Dienstort Jena zum erklärten Konzept des Kollegs. Um die soziale Dynamik der Ausbildungsgruppe produktiv zu nutzen, wurde das Format „Graduiertenwerkstatt“ entwickelt und den Kollegiat*innen eine Forschungskoordinatorin an die Seite gestellt.

Dem sozialen Funktionieren der Gruppe wird ein hoher Stellenwert zugeschrieben: Zur Identitätsbildung nicht nur der Gruppe von Doktorand*innen, sondern des Gesamtkollegs tragen eine Reihe von social events bei: von virtuellen oder realen Kaffeepausen über gemeinsame Abendessen, Sommerfeste, Kanutouren und Wanderungen.

Ziel ist es, eine alle Wissenschaftler*innen umfassende Arbeitsgruppe zu etablieren, in die jede/r etwas hineingibt, aus der aber auch jede/r etwas erhält, und so die Ziele des Gesamtkollegs erreicht werden:

  1. die fristgerechte Erstellung von hochwertigen Dissertationen
  2. die Ausbildung von Absolventen, die wiss. Karrieren fortsetzen oder direkt in außerwissenschaftliche Tätigkeitsbereiche übergehen
  3. ein wissenschaftlicher Mehrwert durch gemeinsame Projekte, Publikationen und Veranstaltungen mit einer Wirksamkeit über das Kolleg hinaus  
  4. die Förderung einer positiven Lehr- und Forschungskultur an der Friedrich-Schiller-Universität Jena