Qualifizierung

Ausbildung

Das zentrale Ziel des strukturierten Promovierens ist der Erwerb einer exzellenten wissenschaftlichen Qualifikation bei gleichzeitigem Ausbau persönlicher und berufsbezogener Kompetenzen. Im Zentrum der wissenschaftlichen Qualifikation steht die Förderung des fristgerechten Abschlusses eines Promotionsprojekts auf einem hohen wissenschaftlichen Niveau. Diese Förderung erfolgt durch ein Studienprogramm, das der methodischen und theoretischen Weiterqualifizierung dient und zugleich Freiräume für das Verfassen der Arbeit und den Ausbau der wissenschaftlichen Eigenständigkeit enthält.

Neben dieser Kernaufgabe sieht das Qualifizierungskonzept Ausbildungsanteile zur weiteren Förderung der persönlichen und beruflichen Kompetenzen vor. Diese dienen der zusätzlichen Qualifizierung für die universitäre Forschung und Lehre, aber auch der Ausbildung für andere Berufsfelder. Die Vermittlung von praxisrelevantem Wissen soll Transferperspektiven schulen, da sich die Karrierewege der Kollegiat*innen erfahrungsgemäß auffächern. Absolvent*innen unserer Fächer zielen nicht nur auf den Einstieg in die universitäre Laufbahn, sondern auch auf Tätigkeiten in kulturellen Institutionen. Kooperationen bestehen deshalb mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, mit Museen, Stiftungen und Marketingeinrichtungen, Kunsthandlungen, Bühnen und Verlagen.

Das Qualifizierungsprogramm ist in all seinen Anteilen eng auf das Forschungsprogramm bezogen und – einem idealtypischen Promotionsverlauf entsprechend – dynamisch gestaltet. Das von den beteiligten und assoziierten Wissenschaftler*innen für die Doktorand*innen des Kollegs angebotene Programm ist auf drei Jahre Förderdauer ausgelegt und besteht aus einer Fundierungs- und einer Abschlussphase. In der ersten Phase (1. bis 4. Semester) wird mit obligatorischen Angeboten eine Verständigung über Gegenstand und Methoden des Kollegs gesichert und schrittweise vertieft. In der zweiten Phase (5. und 6. Semester) widmen sich die Doktorand*innen der Fertigstellung der Dissertationen, das reduzierte und flexibilisierte Programm besteht vermehrt aus fakultativen Angeboten.

Während die ersten beiden Doktorandenjahrgänge ihr praktisches Ausbildungsmodul (mit mindestens zwei Workshops und maximal zwei Hospitationsmonaten) während ihrer 36-monatigen Stellenlaufzeit absolviert haben, wird für die dritte Doktorandenkohorte der praktische Ausbildungsanteil weiter ausgebaut und durch die Friedrich-Schiller-Universität finanziert. Der Förderzeitraum verlängert sich von 36 auf 39 Monate. Integriert wird nun ein dreimonatiger praktischer Ausbildungsanteil, sodass es möglich wird, im Förderzeitraum die Promotion abzuschließen und eine Transferperspektive zu schulen, die als berufliche Zusatzqualifikation zu werten ist. Eine Transferperspektive ist für diejenigen, die in der Wissenschaft bleiben, und diejenigen, die in andere Berufsfelder gehen, gleichermaßen ein Gewinn – und deren Förderung der Friedrich-Schiller-Universität ein Anliegen.

Das Studienprogramm umfasst obligatorische und fakultative Veranstaltungsangebote, welche eine möglichst breite inhaltliche und methodische Schulung der Kollegiat*innen ermöglichen.

Veranstaltungstypen
Veranstaltungen (obligatorisch)

Intensiv-Workshop,
Graduierten-Workshop
Kolloqium Graduierten-Werkstatt Forschungsseminar

Kolloquium
Die Kolloquien des Kollegs dienen zunächst der Vorstellung und dann der Darstellung der Arbeitsfortschritte der Promotionsprojekte. Sie sind für alle Beteiligten (Doktorand*innen, Postdoktorand*in und Betreuer*innen) verpflichtend. Das Doktorandenkolloquium ist das wichtigste evaluierende und bilanzierende Element des Qualifizierungsprogramms und findet 2- bis 3-mal im Semester statt. Auf halbstündige Vorträge der Doktorand*innen folgt eine ausführliche Diskussion.

Forschungsseminar
In den Forschungsseminaren setzen sich die Kollegiat*innen und Betreuer*innen aktiv mit dem Forschungsprogramm auseinander. Mitglieder des Kollegs und eingeladene (internationale) Gastwissenschaftler*innen sowie die Mercator-Fellows arbeiten mit den Doktorand*innen und Kolleg*innen an Quellentexten, um eine Verständigung über den methodischen und inhaltlichen Rahmen zu schaffen und Perspektiven für die gemeinsamen Fragestellungen zu entwickeln. Das Forschungsseminar findet in den ersten zwei Semestern 14-täglich statt.

Intensivworkshop
Diese Veranstaltungsform löst im dritten und vierten Semester das Format „Forschungsseminar“ ab. Einmal im Semester gestalten Gastwissenschaftler*innen gemeinsam mit Doktorand*innen einen eineinhalbtägigen Intensivworkshop. Der Workshop wird zumeist an einen öffentlichen Abendvortrag gebunden. Im Wintersemester 2016/17 fand eine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis der historischen Romantik zu Nationalismus, Antisemitismus und Nationalsozialismus statt. Im Sommersemester 2017 bot Andreas Reckwitz einen soziologischen Workshop an, der seine Gegenwartsdiagnose einer „Gesellschaft der Singularitäten“ in Bezug zur historischen Romantik setzte. Der Musikwissenschaftler Ulrich Tadday diskutierte im Januar 2019 die Rolle der Musik für die Romantik. Anfang 2021 fand ein interdisziplinärer Workshop zur „Romantisierung von Politik“ unter Beteiligung von Literatur- und Musikwissenschaftlern, Historikern und dem Juristen Christoph Möllers statt.

Graduiertenwerkstatt
Hierbei handelt es sich um ein Veranstaltungsformat, das den Nachwuchswissenschaftler*innen vorbehalten ist und von der Forschungskoordinatorin geleitet wird. Die Graduiertenwerkstatt bildet den Rahmen für verschiedene Arbeitsbereiche. Über die gesamte Förderphase hinweg werden hier grundsätzliche Fragen des Promotionsprozesses diskutiert, modelltheoretische Grundlagen erarbeitet und der Schreibprozess begleitet. Die Doktorand*innen haben zudem die Möglichkeit, Lektüre- und Arbeitskreise einzurichten und gemeinsame Projekte zu entwickeln. So hat die erste Kohorte einen Lektürekreis „Romantik und Philosophie“ eingerichtet, die zweite Kohorte trifft sich im Kreis Interessierter regelmäßig zur Lektüre romantischer Quellen- und Forschungstexte. Im Verlauf des Studienprogramms werden in dieses Format auch Angebote der Graduierten-Akademie, des universitären Schreibzentrums und externer Anbieter integriert.

Graduiertenworkshop
Aus den Werkstattgesprächen gehen von den Doktorand*innen selbst organisierte Graduiertenworkshops hervor. Diese während des dritten und vierten Semesters stattfindenden Workshops dienen dem Austausch mit anderen (Nachwuchs-) Wissenschaftler*innen und fördern das selbstständige Agieren in der wissenschaftlichen Gemeinschaft. An der Schnittstelle von Wissenschaft und Kultur war ein zweiter Workshop angesiedelt, der 2017 zum Thema „Romantik und Gegenwart“ sowohl ein wissenschaftliches Kolloquium als auch zwei abendliche Kulturveranstaltungen (Konzert/Gespräch/Lesung) für ein größeres städtisches Publikum umfasste.
Im Wintersemester 2018 fand die interdisziplinäre Nachwuchstagung „Funktionen der Einbildungskraft“ statt. Die Organisation dieses Workshops wurde von einem Viererteam von Doktorand*innen übernommen und von einzelnen Betreuer*innen begleitet. Ab dem Wintersemester 2020/21 startet eine Veranstaltungsreihe zu Gleichstellungsfragen auf Initiative der (Post-) Doktorandinnen der zweiten Kohorte. Den Auftakt bildet die Auseinandersetzung mit einer Studie zum Thema „Bestenauswahl und Ungleichheit“. Im Sommersemester 2021 setzt die Historikerin Ute Frevert die Workshop-Reihe fort.
Veranstaltungen (obligatorisch und fakultativ)

Veranstaltungen (obligatorisch und fakultativ)

Vorträge Arbeitsgespräche
Intensiv-Workshop,
Graduierten-Workshop
Kolloqium Graduiertenwerkstatt Forschungsseminar
Kulturveranstaltungen Schulung von Schlüsselqualifikationen

ArbeitsgesprächeVorträge
Wissenschaftliche Vorträge werden (zum Teil für eine größere Öffentlichkeit) von kooperierenden Wissenschaftler*innen und auswärtigen Gästen gehalten. Die Vorträge dienen der punktuellen Anregung von Diskussionen und der Vernetzung des Kollegs und sind nicht an ein Semester gebunden. So sprachen etwa: Kristian Köchy (‚Dogmatisierende Träumerei? Zu Anspruch und Wirklichkeit der romantischen Naturphilosophie), Sylka Scholz (Wie romantisch sind Familienbeziehungen heutzutage?), Charles Taylor (Romantic Poetics), Hans Joas (Die Macht des Heiligen).

Zu Arbeitsgesprächen/Lunch-Lectures treffen sich thematisch oder methodisch interessierte Doktorand*innen und Betreuer*innen in kleiner Runde. Hier tragen z.B. auswärtige Promovierende oder Postdoktorand*innen vor, die am Gastprogramm des GRK teilnehmen.

Kulturveranstaltungen
Sie ergänzen das Studienprogramm um die Auseinandersetzung mit historischen und gegenwärtigen Kulturphänomenen. Thea Dorn hat 2016 ihren Roman „Die Unglückseligen“ einer breiteren Jenaer Öffentlichkeit vorgestellt und mit Kollegmitgliedern diskutiert, Jonas Lüscher 2018 mit einem Philosophen und einem Literaturwissenschaftler über „Das Wissen der Narration“ gestritten. 2017 waren Ingo Schulze und Felicitas Hoppe zu Lesung und Gespräch in Jena, 2019 Clemens Meyer zu Gast. Filmvorstellungen haben die Kollegdiskussionen ebenso angeregt wie musikalische Veranstaltungen, die von Mondnachtvertonungen bis zum Werk von Bob Dylan reichten.

Schulung von Schlüsselqualifikationen und guter wissenschaftlicher Praxis
Die Graduierten-Akademie als Dachorganisation der koordinierten Promotionsprogramme bietet ein allgemeines Qualifizierungsprogramm für Doktorand*innen (z.B. das Zertifikatsprogramm „Führung in der Wissenschaft“) an. Dieses Programm und andere Angebote werden von einzelnen Doktorand*innen genutzt. Darüber hinaus gibt es spezielle Schulungen von Schlüsselkompetenzen für Kollegmitglieder.

Das Schreibzentrum der Universität bietet Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben, konzentrierte Schreibwochen und die Möglichkeit einer individuellen Beratung. Darüber hinaus begleitete der Leiter des Zentrums die Doktorand*innen mit kollegspezifischen Angeboten von der Konzeptionsphase bis zum Einreichen der Arbeiten.

Digitales Romantik-Forum
Über die Belange des Graduiertenkollegs hinaus soll die von uns betriebene Internetplattform „Gestern | Romantik | Heute“  die Auseinandersetzung mit der Romantik befördern und international vernetzen. Das Forum will über Austausch und Gespräch gesellschaftliche Bereiche und Disziplinen verbinden. Die Kollegiat*innen tragen regelmäßig mit Beiträgen zur Plattform bei und schulen auch auf diesem Weg Transferdenken und Schreibfertigkeiten.

Akademische Qualifizierung: Wege in die Wissenschaft

Eine Reihe von Maßnahmen und Angeboten haben sich bewährt, um die wissenschaftliche Ausbildung der Kollegiat*innen im Bedarfsfall zu vertiefen und ihnen dabei zu helfen, ein eigenes Forschungsprofil zu entwickeln, sich fachlich zu professionalisieren und damit die Voraussetzungen für einen Verbleib in der Wissenschaft zu schaffen:

  • Die Doktorand*innen werden von den jeweiligen Betreuer*innen zu Tagungsteilnahmen, im Verlauf der Promotion auch zu eigenen Tagungsbeiträgen, sonstigen Vorträgen und Publikationen ermutigt.
  • Für Publikationsvorhaben der Doktorand*innen stehen finanzielle Mittel bereit, die den Aufwand für das Einwerben von Publikationskosten vermindern sollen.
  • Die an der Antragstellung beteiligten Institute der Friedrich-Schiller-Universität ermöglichen es den Doktorand*innen, Lehrerfahrung zu sammeln, ohne dass der reguläre Lehrbetrieb auf sie angewiesen wäre. In max. zwei Semestern besteht die Möglichkeit als Co-teacher zu unterrichten.
  • Die Universitäts-Servicestelle „LehreLernen“ bietet Doktorand*innen die Gelegenheit, das aus vier Modulen bestehende Lehrqualifizierungsprogramm „Basic“ zu durchlaufen. Es können aber auch einzelne Veranstaltungen zur Vorbereitung eigener Lehre besucht werden.
  • Des Weiteren können Doktorand*innen ihre Fähigkeiten in der Wissenschaftsorganisation schulen, indem sie bei der Vorbereitung von Workshops und Tagungen Verantwortung übernehmen oder eigene Veranstaltungen planen und durchführen.
  • Auch dort, wo sich eine Internationalisierung durch Promotionsthemen nicht zwangsläufig ergibt, soll auf eine Integration in die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft hingewirkt werden. Einzelnen Doktorand*innen wird die Teilnahme an internationalen Tagungen und Summerschools ebenso ermöglicht wie ein Aufenthalt in der Forschungsgruppe beteiligter Kooperationspartner oder an einem für die jeweilige Forschungsarbeit relevanten Standort im Ausland.  

Praktische Qualifizierung und Transfer

Da die Karriereoption Universität statistisch gesehen nur von einem Teil der Doktorand*innen wahrgenommen wird, bereitet das Graduiertenkolleg auch auf andere Berufswege vor. Wir verstehen uns als Vertreter einer Doktorandenausbildung, die sich bewusst hält, dass eine exzellente Qualifizierung für die Wissenschaft zugleich oftmals mit der Ausbildung für andere gesellschaftliche Bereiche einhergeht. Perspektiven bestehen für die Kollegiat*innen des Kollegs in internationalen, überregionalen und regionalen Kulturinstitutionen, im Kultur-, Stiftungs- und Museumsmanagement sowie in den klassischen Berufsfeldern Verlag und Medien.

Die praktischen Qualifikationsanteile sollen ein anwendungsorientiertes Wissen bereitstellen und den Wissenstransfer einüben. Um eine enge Verzahnung von Forschungsprogramm und praktischen Ausbildungsanteilen zu erreichen, wurde die praktische Qualifizierung unter dem Titel „Orte der Romantik“ subsumiert. Sie soll ermöglichen, sich im Rahmen von Hospitationen, Projekten und Praktika mit der konkreten Arbeit an Modellen des Romantischen zu befassen. Folgende Institutionen stehen als Kooperationspartner zur Verfügung:

Bildungsarbeit im Museum
Im Museumsbereich wird mit Modellen der Romantik gearbeitet: In musealen Zusammenhängen erfolgt die Versinnlichung und Materialisierung zentraler Ideen und Lebensformen der Romantik. Im Ausstellungsbereich haben die Doktorand*innen des Kollegs vor Ort bereits mit dem Romantiker-Haus Jena zusammengearbeitet. Regional und deutschlandweit absolvierten Kollegiat*innen Praktika im Kügelgenhaus/Museum der Dresdner Romantik und dem Goethe-Haus des Freien Deutschen Hochstifts sowie bei unseren internationalen Kooperationspartnern, im Maison Chateaubriand und im Walden Woods Project, Massachusetts, nahe des durch Henry David Thoreau berühmt gewordenen Walden Ponds in Concord. Das Institut verbindet Bildungsarbeit, Naturschutz und das Betreiben einer Forschungsbibliothek. Weitere Kooperationen bestehen mit dem Ernst-Haeckel-Haus (Jena), dem Pommerschen Landesmuseum (Greifswald), dem Novalis Museum Schloss Oberwiederstedt und dem Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Während die Projektarbeit in der Regel Einblicke in bestehende Strukturen gibt, erlaubt die Kooperation mit dem Freien Deutschen Hochstift und dem Deutschen Romantik-Museum Einblicke in die Konzeption und Gestaltung eines im Aufbau befindlichen Hauses. Im Prozess der Museumsplanung lässt sich erfahren, welche Schwierigkeiten bestehen, komplexe Sachverhalte einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Veranstaltungskonzeption
Kollegiat*innen haben am Standort Jena die Möglichkeit, zu erproben, wie stark Veranstaltungsreihen und Events Denkmodelle voraussetzen, und können sich zugleich für einen stetig wachsenden Bereich des Kulturlebens qualifizieren, denn die Zahl von Kulturveranstaltungen, die auf ein breiteres Publikum zielen und einen hohen Erlebniswert versprechen, nimmt zu. Einzelne Lesungsveranstaltungen können in Zusammenarbeit mit unserem Partner „Lesezeichen e.V.“ organisiert werden. Eine eigene Veranstaltungsreihe zu einem romantischen Thema kann in „Schillers Gartenhaus“ in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Hauses konzipiert werden. Die Doktorand*innen werden bei Bedarf unterstützt und durch Workshops geschult vom „Büro Heike Braun. Kultur/Event/Projektmanagement“.

Städte- und Kulturmarketing
Ein Feld der Popularisierung und breitenwirksamen Vermittlung von romantischen Modellen ist das Städte-Marketing. Jena hat sich 2015 als Stadt der Romantik inszeniert. Eine praktische Orientierung im Tourismusmarketing ist im städtischen Eigenbetrieb „JenaKultur“ möglich. Hier kann ein „romantischer Stadtspaziergang“ ausgearbeitet werden, der historische Orte mit der populären Erklärung frühromantischer Konzepte verbindet. In einer mehrmonatigen Projektphase kann aber auch ein Angebot für Städtereisende erarbeitet und an der Entwicklung eines (früh-)romantischen Profils der Stadt Jena mitgewirkt werden. Neu ist eine Kooperation mit der Stadt Hanau und die Möglichkeit, die Gestaltung der jährlich stattfindenden „Brüder Grimm-Festspiele“ im Rahmen eines Praktikums  zu unterstützen.

Journalismus
„Orte der Romantik“ werden in einer Workshop-Reihe aufgesucht und unter professioneller Anleitung in journalistischen Publikationsformen beschrieben. Dieser Projektbereich fand bereits zweimal in Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung statt. Bereits etabliert ist ein mehrteiliger Workshop im 3./4. Semester. Der Workshop besteht aus einem Vorbereitungstreffen, das der Erarbeitung journalistischer Grundlagen, der Absprache von Themen und der Vergabe von Rechercheaufträgen dient. Eine Exkursion führt die Teilnehmer*innen an einen romantischen Ort. An eine Produktionsphase schließt sich ein Nachbereitungstreffen in Jena an, bei dem die in verschiedenen journalistischen Formaten (Reportage, Interview, Glosse) verfassten Texte ausgewertet und besprochen werden. Uwe Ebbinghaus, Redakteur des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ist derzeit für den Workshop verantwortlich und veröffentlicht die Beiträge im Blog-Seminar auf faz.net.

Kunsthandel
Grundlagen des Kunsthandels können während eines Praktikums in der Kunsthandlung H. W. Fichter in Frankfurt am Main erlernt werden. Das Haus ist spezialisiert auf Ölskizzen und Zeichnungen der Romantik. Die Kunsthandlung organisiert zudem Veranstaltungen und Salons zu romantischen Themen.

Bühne
In Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater in Weimar kann die Inszenierung eines thematisch passenden Stückes von Doktorand*innen durch eine Hospitation begleitet werden. Im September 2019 übernahm ein Kollegiat die Regieassistenz für die Inszenierung von „Hoffmanns Erzählungen“ (Jacques Offenbach). Er entwickelte ein Veranstaltungsformat, bei dem das Kolleg mit dem Operndirektor vor Ort ins Gespräch kam.

Verlage
Wissenschaftsverlage wie der Universitätsverlag Winter aus Heidelberg haben einen historischen und gegenwärtigen Schwerpunkt in der Publikation von Veröffentlichungen zum Thema „Romantik“. Der Winter Verlag ermöglicht Doktorand*innen einen mehrwöchigen Aufenthalt im Verlag und die Begleitung von Einzelpublikationen.
Der renommierte Publikumsverlag C. H. Beck steht ebenfalls als Kooperationspartner zur Verfügung. Im Münchner Haus des Verlages findet sich sowohl eine Abteilung für das Sachbuch als auch eine für die Belletristik. Im Lektorat beider Bereiche können Doktorand*innen ein Praktikum absolvieren, um sich mit dem Prozess der Veröffentlichung von wissenschaftlicher wie belletristischer Literatur vertraut zu machen.

Wissenschaftsorganisation
Das Deutsche Historische Institut in Warschau bietet die Möglichkeit, Erfahrungen in der internationalen Wissenschaftsorganisation und -vermittlung zu sammeln. Der Direktor und seine Mitarbeiter geben bei einem mehrmonatigen Aufenthalt einer/m Doktorand*in in Warschau Einblick in die Abläufe von Forschungsausrichtung, Tagungsplanung und internationaler Vernetzung des Instituts.

Im Oktober 2016 fand als Auftakt der praktischen Qualifizierungsphase mit unseren kooperierenden Kulturinstitutionen der Workshop „Romantik in der Praxis“ statt. Eine entsprechende Veranstaltung ist für das Wintersemester 2021/22 geplant.