Kollegiat*innen 1. Kohorte

Dr. Maria Behrendt (assoz.)

Dr. Maria Behrendt (assoz.)
maria.behrendt@daad-alumni.de

Curriculum Vitae

März 2020-März 2021 Postdoc-Stipendiatin (Anschubstipendium) der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Oktober 2018-Oktober 2019 Mentee im Rowena-Morse-Mentoring-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchskünstlerinnen

Juni 2018 Abschluss des Promotionsverfahrens in Musikwissenschaft Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar
 Dissertation: »Romantische Aspekte im deutschen Kunstlied der 1830er  Jahre«

April 2017-September 2018 DFG-Graduiertenkolleg »Modell Romantik. Variation · Reichweite · Aktualität« der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ideelle Förderung als assoziierte Doktorandin

Oktober 2014-August 2018 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena

September 2011-September 2012 Master of Arts by Research in Musikwissenschaft University of Wales, Bangor
 Masterarbeit: »Carl Loewe’s English, Scottish and Nordic Ballads«

Oktober 2009-Juni 2011 Master of Arts in Musikwissenschaft Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Masterarbeit: »Die Goethe-Lieder Felix Mendelssohn Bartholdys«

Oktober 2006-Juli 2009 Bachelor of Arts in Französisch und Musik & Medien Humboldt-Universität zu Berlin
 Bachelorarbeit: »Die Frau in Baudelaires Les Fleurs du Mal«

Dissertationsprojekt

Romantische Aspekte im Lied der 1830er Jahre

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem deutschen Kunstlied der 1830er Jahre, einer Epoche, die oft als Zeit der „Kleinmeister“, „Nebenromantiker“, „Talsenke zwischen Schubert und Schumann“ oder auch „Biedermeier im Lied“ bezeichnet wird. Dies beruht jedoch auf einem retrospektiven und verzerrten Geschichtsbild: Schuberts Lieder galten in den 1830er Jahren keineswegs als modellhaft für das Lied und von Schumanns Liedern konnte man ja nun noch nichts wissen. Zudem fanden in den 1830er Jahren eine Reihe von Umbrüchen statt, die direkten Einfluss auf die Liedgeschichte nahmen und teils eine Weiterentwicklung der frühromantischen Diskurse um 1800 darstellen. So verschärfte sich die Diskussion um Heinrich Heine mit dem Verbot seiner Schriften im Dezember 1835. Auch der Orientalismus gewann an Bedeutung, denn ab etwa 1830 reisten die Bürger verstärkt gen Osten. Der wachsende Nationalismus wurde durch Gründung des „Deutschen Preß- und Vaterlandsvereins“ im Februar 1832 verstärkt. Auch die Emanzipation des Bürgertums gewann durch die Revolution um 1830 an Kraft, wie auch – als Gegenentwurf – der Rückzug in die Beschaulichkeit des eigenen Heims. Diese Umbrüche finden sich auch im Liedrepertoire wider, wie etwa in der Auseinandersetzung mit Heine, der Beliebtheit von romantischer Naturlyrik, der wachsenden Anzahl an Rheinliedern, sowie von Liedern, die bürgerliche Häuslichkeit propagieren, wie etwa Wiegenlieder.
Ziel der Arbeit soll eine Neubewertung der Dekade sein unter dem Aspekt des Romantikbegriffes. Dabei sollen die Termini der „Nebenromantiker“ etc. problematisiert werden und stattdessen untersucht werden, inwiefern sich im Lied der 1830er Jahre romantische Aspekte finden.

 

Publikationen

Monografien

  • Brücken  in  die  Gegenwelt:  Romantische  Aspekte  im  deutschen  Kunstlied  der  1830er  Jahre (=Studien  und  Materialien  zur  Musikwissenschaft  108),  2  Bde.:  Bd.  1: Textband, Bd. 2: Notenband, Hildesheim 2020.

Aufsätze

  • „Von bärtigen Männern und ewig jungen Frauen. Folklore-Kitsch als Echo romantischer Weltflucht  am  Beispiel  des  Doku-Roadmovies Santiano  in  Irland“,  in: Das verdächtig Populäre  in  der  Musik.  Warum  wir  mögen,  wofür  wir  uns schämen,  hg.  von  Marina  Schwarz, Wiesbaden 2020 (Druck in Vorbereitung)
  • „,Verliebt in eine Insel‘. Das Irland-Bild in zeitgenössischen deutschen Folk-Rock-Songs am Beispiel der Bands Versengold und Ghosttown Company“, in: One  Nation  Under  a Groove. Nation als Konzept in der populären Musik, hg. von Ralf von Appenund Thorsten Hindrichs, Bielefeld2020, S.101–114.
  • „Ein ,orbis pictus‘in Tönen“? Konzepte nationaler Stile in den Balladen Carl Loewes –ein alternativer Zugang (,Orbis pictus‘w dźwiękach? Koncepcje stylów narodowych w balladach Carla Loewego -alternatywne podejście)”,in:Carl Loewe und sein vokales Werk. Tagungsband zur Internationalen Konferenz an der Hochschule der Künste Stettin, hg. von Sylwia Burnicka-Kalischewski, Torun 2021 (Druck in Vorbereitung)
  • „Lehre  in  der  Musikwissenschaft.  Denkanstöße  und  Diskussionsperspektiven“  (mit Sebastian  Bolz,  Daniel  Siebert  und  Tom  Wappler),  in: Musik  in  Konfrontation  und Vermittlung.  Beiträge  zur Jahrestagung  der  Gesellschaft  für  Musikforschung  2018 in  Osnabrück, Osnabrück 2020, S. 351–366.
  • „From Odin to Ossian. Carl Loewe and the problem of the Nordic tone in early 19th-century  solo vocal  music“,  in: Deshima. Revue  d’histoire  globale  des  pays  du  nord(2019, Themenschwerpunkt: Sonorités du Nord), Nr.13, S.7–26.
  • „,Keiner mag ihn hören, keiner sieht ihn an...‘Carl Bancks Liederzyklen Des Leiermanns Liederbuchund Des  Müllerburschen  Liebesklage  in  Mond  und  Morgenliedern–Streitschriften eines  Schubert-Advokaten?“,  in: Österreichische  Musikzeitschrift(2017),Nr.6,S.42–47.(inkl. Ersteinspielungen, veröffentlicht unter www.tinyurl.com/carlbanck)
  • „Jakob  und  Jacques –Lieder  zwischen  den  Fronten“,  zum  Themenschwerpunkt „Offenbach in Wien“, Österreichische Musikzeitschrift(2017), Nr.5, S.19–25.
  • „Von Franz S. bis Beyoncé–Schuberts Ave Maria, das Ewig-und das Heutig-Weibliche“, in: Österreichische Musikzeitschrift(2016), Nr.6, S.53–59.
  • „,Mehr  Witz  als  die  Musik  verträgt?‘Heinrich  Heine  in  Liedvertonungen der  1830er Jahre“, in: Heine-Jahrbuch2016,hg.  von Sabine Brenner-Wilczek,  Stuttgart  2016,  S.75–88.
  • „Sel’ger  Kindheit  Himmelstraum“:  Romantisierte  Bürgerlichkeit  in  Max  Regers Schlichten  Weisen,in: Max  Reger  und  das  Lied(=Reger-Studien10),  hg.  von  Jürgen Schaarwächter, Stuttgart 2016, S.119–134.
  • „,...in den Klangvisionen Goethes schon vorgeahnt...‘ Paul Dessaus 7 Lieder zu Goethes Faust“, in: Faust  im Wandel.  Faust-Vertonungen  vom  19.  bis  21.Jahrhundert,  hgg.  von  Panja Mücke & Christiane Wiesenfeldt, Marburg 2015, S. 206–223.
  • „Streichquartett e-Moll op. 44 Nr.2 MWV R 26“, in: Mendelssohns Kammermusik, hg. von Kai Schabram, Berlin 2013, S. 129–136.
  • „Fortunati  Santini  als Bearbeiter von Werken Mozarts“(mit  Kirstin  Pönnighaus und Michael  Werthmann),  in: Sacrae  Musices  Cultor  et  Propagator. Internationale  Tagung  zum 150.Todesjahr des Musiksammlers, Komponisten und Bearbeiters Fortunato Santini, hgg. von Peter Schmitz & Andrea Ammendola, Münster 2013, S. 164–181.
  • „Tauschen –Handeln –Schenken: Die europäischen Netzwerke Fortunato Santinis“, in:Sammeln –Komponieren –Bearbeiten.  Der  römische  Abbate  Fortunato  Santini  im  Spiegel  seines Schaffens, Münster 2011, hgg. von Peter Schmitz & Andrea Ammendola, S. 51–59.
  • „Waisenkinder  der  Romantik –Die  Lieder  Max  Regers“, in: Max  Reger. Zwischen  allen Stühlen, hg. von Christiane Wiesenfeldt, Sinzig 2011, S. 59–69.

Kleinere Beiträge

verschiedene Lexikonartikel in:

  • Frieder Reininghaus, Judith Kemp, Alexandra Ziane (Hg.): Musik und Gesellschaft – Von der Renaissance bis zur Gegenwart, Würzburg (Königshausen & Neumann) 2020, darin:

Rezensionen

  • Saskia Maria Woyke, Katrin Losleben, Stephan Mösch und Anno Mungen (Hgg.): Singstimmen. Ästhetik – Geschlecht – Vokalprofil, in: Die Tonkunst 12 (2018), Nr. 1, S. 86-87.
  • Fanny Hensel: Achmed an Irza. Ausgewählte Lieder für Singstimme und Klavier, in: Die Tonkunst 10 (2016), Nr. 4, S. 476-477.
  • Raimund Schächer (Hg.): Klavierstücke von Fanny Hensel, Band 12, in: Die Tonkunst 10 (2016), Nr. 1, S. 96-97.
  • Wolfgang Goldhan, Ralf Wehner (Hgg.): Felix Mendelssohn. Lieder für Männerchor à capella, (= Leipziger Ausgabe der Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Serie VII, Band 4, 2 Teilbände), in: Die Tonkunst 9 (2015), Nr. 3, S. 358-359.
  • Sebastian Leikert (Hg.): Der Tod und das Mädchen. Musikwissenschaft und Psychoanalyse im Gespräch, in: Die Tonkunst 7 (2013), Nr. 1, S. 113-114.
  • Elisabeth von Herzogenberg: Selbst die Bäume weinen, hg. von Christoph Jakobi, in: Die Tonkunst 6 (2012), Nr. 2, S. 264-265.
  • Sebastian Hensel: Hier fiel Mutter vom Esel, hg. von Wolfgang Dinglinger, in: Die Tonkunst 6 (2012), Nr. 1, S. 104-106.
  • Felix Mendelssohn Bartholdy: Lieder für eine Singstimme und Klavier, Hg. Christian Martin Schmidt, in: Die Tonkunst 5 (2011), Nr. 4, S. 564-566.
  • Lied und Lyrik, hg. von Dieter Martin & Thomas Seedorf, in: Die Tonkunst 5 (2011), Nr. 3, S. 404-405.