Kollegiat*innen 1. Kohorte

Dr. Mirjam Hanna Sauer

Dr. Mirjam Hanna Sauer
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Lehrstuhl für Systematische Theologie Prof. Dr. Miriam Rose
Assoziierte Postdoktorandin
Fakultät für Evangelische Theologie
Fürstengraben 6
07743 Jena



Mirjam.H.Sauer@t-online.de

Curriculum Vitae

2004 - 2012 Studium der Evangelischen Theologie in Heidelberg, München und Neuendettelsau

2012 - 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Systematische Theologie von Prof. Dr. Miriam Rose an der FSU Jena

Oktober 2015 - September 2018 Kollegiatin des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“

Juli 2018 Abschluss der Promotion mit dem Prädikat „summa cum laude“

2018-2020 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Systematische Theologie/Ethik an der Justus-Liebig-Universität Gießen

seit September 2020 Assoziierte Postdoktorandin am Lehrstuhl für Systematische Theologie, Friedrich-Schiller-Universität | Jena, Prof. Dr. Miriam Rose und Vikarin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Lukasgemeinde| Gießen

Dissertationsprojekt (abgeschlossen)

„Rede und Unendlichkeit. Modelle der Religionskommunikation zwischen Literatur, Rhetorik und Predigt bei Friedrich Schleiermacher“

Im brüchig gewordenen Gefüge von Mensch und Unendlichkeit entwickelt Friedrich Schleiermacher um 1800 neue Modelle von Religionskommunikation als Antwort auf die fraglich gewordenen Möglichkeiten religiöser Rede. Diese Modelle, so die These der Arbeit, können im Gegensatz zur bisherigen Forschung nur unter Berücksichtigung des Zusammenhanges ihrer theoretischen Entfaltung und ihres literarisch-rhetorischen Vollzugs angemessen analysiert werden. Quellengrundlage sind Schleiermachers Religionsschrift Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter Ihren Verächtern (=Reden) aus dem Jahr 1799, ausgewählte Predigten und in einem Exkurs exemplarische Briefe. Die Arbeit eröffnet Perspektiven auf modellhafte Versuche einer kommunikativen Annäherung an Ganzheit und Unendlichkeit wie sie für bestimmte Diskurse um 1800 signifikant sind und integriert durch diese Interpretationsperspektive unterschiedliche kommunikative Textgattungen. Dabei wird herausgearbeitet, dass das bei Schleiermacher im Kern theologische Problem der Möglichkeit einer Rede von Unendlichkeit mit den Mitteln der Endlichkeit einerseits vor dem Hintergrund spätaufklärerischer Homiletik (Franz V. Reinhard) und andrerseits im Rahmen der Modellbildung frühromantischer Literaturprogrammatik (Schlegel, Novalis) interpretiert werden muss. Die Arbeit eröffnet so eine interdisziplinäre Perspektive auf die Modelle von Religionskommunikation beim frühen Schleiermacher, deren Konsequenzen für eine Theologie religiöser Rede in der Spätmoderne reflektiert werden.
Die Arbeit erscheint gefördert durch das DFG-Graduiertenkolleg im Frühjahr 2021 bei de Gruyter in der Reihe „Schleiermacher-Archiv“.

Publikationen

Monografie

  • Rede und Unendlichkeit. Modelle der Religionskommunikation zwischen Literatur, Rhetorik und Predigt bei Friedrich Schleiermacher. Schleiermacher-Archiv. Berlin 2021. [Im Erscheinen]

Aufsätze

  • ‚Unendlichkeit erschreiben‘. Frühromantische Literatur zwischen Reduktion und Anreicherung christlicher Tradition, in: Daniel Cyranka/Diana Matut/Christian Soboth (Hg.): Finden und Erfinden – die Romantik und ihre Religionen 1790-1820, erscheint Würzburg 2019.
  •  „Glaubenstaufe. Eine lutherische Perspektive auf das baptistische Proprium.“ Evangelische Orientierung: Mitgliederzeitschrift des Evangelischen Bundes 1 (März 2020), 14.
  • „A Rereading of ‘Theology of Diaspora’. Perspectives for an Ambiguity-Sensitive Ecumene following the CPCE Study Document.“ Journal of Ecumenical Studies 55:2 (2020), 275-288.
  • Ambiguitätssensible Ökumene. Eine Relektüre des Studiendokumentes Theologie der Diaspora.“ In Ökumene in Bewegung, hg. v. Rebekka A. Klein und Lisanne Teuchert, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 149-163. [Im Erscheinen]
  • „Religion und Fantasie. Explorationen in Schleiermachers Religionsschrift.“ In Funktionen der Einbildungskraft um 1800, hg. v. Hendrick Heimböckel [Im Erscheinen].

Kleinere Beiträge

  • (Zs. mit Marc Emmerich/Hendrick Heimböckel): Tagungsbericht: Funktionen der Einbildungskraft um 1800, Jena, 01.03.2018-02.03.2018, in: H-Soz-Kult, 18.06.2018
  • Rezension zu: Jan Gross: Pluralität als Herausforderung. Die Leuenberger Konkordie als Vermittlungsmodell reformatorischer Kirchen in Europa, Göttingen 2018, in: Materialdienst des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim 5/2018, S. 101.
  • „Rez. Simon Weinreich und Peter Zocher. Karl Barth: Predigten 1907-1910. Karl Barth Gesamtausgabe 53. Zürich: Theologischer Verlag Zürich, 2018.“ In ZNThG 27/1 (2020), S. 178.