Kollegiat*innen 2. Kohorte

Max Ischebeck, Dipl.-Soz.

Max Ischebeck, Dipl.-Soz.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
DFG-Graduiertenkolleg „Modell Romantik“
Bachstraße 18k | R. 104 a
07743 Jena


+49 (0) 3641 9 44194
max.ischebeck@uni-jena.de

Curriculum Vitae

1993 – 1997    Grundschule in Gauting

1997 – 2005    Gymnasium in Gauting (Abitur)

2005 – 2006    Zivildienst in Unterschleißheim als Pfleger körperlich behinderter Menschen

2007 – 2012    Ludwig-Maximilians-Universität München, Abschluss: Diplomsoziologe (Schwerpunkte Kultursoziologie/Geschlechtersoziologie)

2010 – 2014   Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Soziologie, stud./wiss. Hilfskraft beim Lehrstuhl Prof. Gill

2013 – 2014    Conservatorium Maastricht, Jazzgitarre (Bachelor Of Music)

2014 – 2018     iso-Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V., Wissenschaftliche Hilfskraft

2014 – 2018     Studium an der Hochschule für Musik Saar: Jazz und Aktuelle Musik, Jazzgitarre bei Martin Schulte, Klassische Gitarre bei Prof. Stefan Jenzer

 

Mitarbeit in Projekten

2010 - 2014    Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Soziologie:

  • bayerischer Forschungsverbund „FORPLANTA – Pflanzen fit für die Zukunft“ (gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst), Laufzeit: 08.2010 -12.2013
  • „Lokale Passung: Lokal und sozial –  Anpassung von Energiesystemen und sozialen Strukturen durch interdisziplinäre Energieberatung auf kommunaler Ebene“ (gefördert durch das BMBF) Laufzeit: 01.03.2013-31.10.2016

2014 - 2018    iso-Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft e.V.;

  • „SEBKam - Sektorenübergreifender Einsatz von Betreuungskräften an der Schnittstelle von Krankenhaus und ambulanter Versorgung“

Laufzeit: 01.04.2017 – 31.03.2020

  • „Sektorenübergreifende Hilfen nach Erstdiagnose Demenz im Krankenhaus“ (gefördert durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes)

Laufzeit: Januar 2013 - Mai 2015

  • „Studie zur Situation der Demenznetzwerke in Rheinland-Pfalz“ (gefördert durch das lzg-Rheinland-Pfalz) Laufzeit: bis Dezember 2015
  • „Pflege in den eigenen vier Wänden. Zeitaufwand und Kosten“ (gefördert durch die Hans-Böckler-Stiftung), Laufzeit: bis 31.01.2017

Dissertationsprojekt

Musik als erlebte symbolische Ordnung. Untersuchung spezifischer sozialer Funktionen musikalischer Praktiken in der Romantik und in der Technokultur

Worin besteht die besondere gesellschaftliche Bedeutung von Musik? Sozialtheoretisch liegt es nahe, diese Frage zu stellen. Empirisch stellt sie Forschende aber vor Schwierigkeiten. So vielseitig, wie die Musik selbst, sind auch ihre individuelle Nutzung und ihre Verknüpfungen mit verschiedenen sozialen Bereichen.
Im Anschluss an phänomenologische Arbeiten geht die Arbeit davon aus, dass Musik `leiblichen´, `erlebten´ Sinn bereitstellt. Weitere theoretische Zugänge bieten poststrukturalistische Konzepte der Subjektivierung und die Musiksemiotik.
Die Dissertation fokussiert die frühe Romantik. Diese reagiert auf gesellschaftlichen Wandel und rückt die Musik dabei ins Zentrum ihrer kulturellen Bewegung. Auf Herausforderungen funktionaler Differenzierung antwortet sie mit der Figur der Künstlerin oder des Künstlers. Deren Welt wird zum Produkt schöpferischer Tätigkeit. Dies bietet Chancen und Freiheitsgrade für die Gestaltung des Ästhetischen und der Lebensstile. Doch damit droht auch die objektive Wirklichkeit und mit ihr jede äußere Ordnungs- und Sinnstiftungsinstanz verloren zu gehen.
Die Musik vermittelt in der Romantik zwischen dem kreativen Selbst und der Welt. Die Klänge werden individuell produziert, erlebt und gedeutet. Durch ihre affizierende Wirkung verweisen sie aber gleichzeitig auf die Eingebundenheit der Einzelnen in einen unendlichen und durchweg miteinander verflochtenen Kosmos. Ausgehend von dieser Haltung wird Musik zu einem Mittel der Produktion romantischer, symbolischer Ordnung in den Bereichen des Subjektes, des Religiösen und der Kunst.
Die Arbeit geht außerdem der Frage nach, wie der romantische Umgang mit Musik in der Technokultur der 1990er-Jahre aktualisiert wird. Um die Praktiken des Technos in den Blick zu bekommen, werden Interviews mit Menschen aus der `Szene´ geführt. Der Auswertung dient die Dokumentarische Methode. Parallel dazu werden semantische Universen der Technokultur im Rahmen einer Diskursanalyse (Zeitschriften, literarische Werke) rekonstruiert.
Rave richtet sich gegen tradierte, als unzulänglich erlebte gesellschaftlichen Ordnung und Lebensführung. Die kollektive, ekstatische und tanzende Rezeption der `beats´ soll aber nicht in erster Linie Kritik üben. Stattdessen soll persönliche Entfaltung zugänglich gemacht und harmonische Gemeinschaft unmittelbar gebildet werden. Die Musik ist in diesem Zusammenhang Mittel und Symbol zugleich.
Bestandteil musikalischer Subjektivierungspraktiken sind an Klang gerichtete symbolische Operationen. Um diese Sinnzusammenhänge angemessen deuten zu können, wird die Untersuchung von Texten deshalb mit einer Analyse musikalisch erlebter Formen verknüpft.

 

Publikationen

  • Sektorenübergreifende Hilfen nach Erstdiagnose Demenz im Krankenhaus (Coautor), Saarbrücken, 2016
  • Studie zur Situation der Demenznetzwerke in Rheinland-Pfalz (Coautor), Saarbrücken, 2016
  • Rezension zu: Peter Seyferth (Hrsg.): Den Staat zerschlagen! Anarchistische Staatsverständnisse, Baden-Baden 2016, veröffentlicht auf: https://www.socialnet.de/rezensionen/21235.php

Vorträge

  • 5. 9. 2019 bei der Tagung `Musik im Körper-Körper in der Musik: Körper an der Schnittstelle von musikalischer Praxis und Diskurs´. Vortragstitel: Musik und leiblicher Sinn. Untersuchung spezifischer sozialer Funktionen von musikalischen Praktiken in Romantik und Technokultur