Kollegiat*innen 1. Kohorte

Dr. Hendrick Heimböckel

Dr. Hendrick Heimböckel
Universität Hildesheim
Institut für deutsche Sprache und Literatur
heimboeckel@uni-hildesheim.de

Curriculum Vitae

2007 - 2010 Bachelorstudium der Fächer Germanistik, Geschichte und Philosophie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

2010 - 2011 Gaststudent und Assistenzlehrer am Macalester College for Liberal Arts in St. Paul (Minnesota)

2010 - 2014 Masterstudiengang Komparatistik und Kulturpoetik sowie den Master of Education in den Fächern Deutsch und Philosophie an der WWU Münster

Mai 2014 - Oktober 2015 Referendariat an der Euregio Gesamtschule Rheine für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen in Nordrhein- Westfalen

Seit Oktober 2015 Kollegiat des Graduiertenkollegs „Modell Romantik“

Oktober 2018 - März 2019 Anschubförderung der DFG für das Postdoc-Projekt

Seit April 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter (100%) für Literaturdidaktik und Literaturwissenschaft am Institut für deutsche Sprache und Literatur am der Universität Hildesheim

Juni 2019 Abschluss der Promotion mit dem Prädikat „summa cum laude“

Dissertationsprojekt (abgeschlossen)

Ästhetik des Absoluten – Funktionen und Verfahren von Epiphanien in moderner Prosa (1795-1820 / 1925-1955)

Das Dissertationsprojekt geht aus einem historisch-systematischen Fragehorizont hervor:
1.    Welche Darstellungsformen in deutschsprachiger romantischer Prosa (1795-1830) sind Umsetzungen von Reflexionen auf den, für die Philosophie und Poetik der Romantik, zentralen Ausdruck „das Absolute“?
2.    Lassen sich aus den semantischen Merkmalen und der Funktion dieser Darstellungsformen in den jeweiligen Handlungszusammenhängen ein produktionsästhetisches Modell für die Figurenentwicklung in Erzähltexten und ein rezeptionsästhetisches Modell existenzieller Sinnstiftung ableiten?
3.    Angesichts welcher inhaltlichen Abweichungen und Konstanten werden diese Modelle in der Prosa der 1920er-1950er Jahre vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen, technischen, sozialen sowie politischen Entwicklungen, Veränderungen und Zäsuren integriert?
Ausgangspunkt der Untersuchungen bilden literarische Darstellungen des Phänomens der Epiphanie. Der Ausdruck „Epiphanie“ bezeichnet als religiöser Begriff eine transzendente Erfahrung, die mit der Erscheinung eines göttlichen Wesens verbunden ist. Während Philosophie und Poetik der Romantik Epiphanien mit der Theoretisierung des Absoluten zu einem Phänomen schriftsprachlicher Reflexion machen, werden mit der Figurenwahrnehmung in romantischer Erzählliteratur neben religiösen zugleich profane Epiphanien dargestellt. In ihnen rufen Begegnungen mit anderen Menschen, der Natur und der Kunst transzendente Erfahrungen hervor. Somit wirkt das Phänomen der Epiphanie modellbildend für narrative Verfahren und kann zur existenziellen Sinnstiftung von Leserinnen und Lesern beitragen. Forschungsaufgabe ist demnach die Analyse von Epiphanien sowie weiterer Darstellungen von Reflexionen auf das Absolute in romantischer Erzählliteratur, ihre Abstraktion zu einem produktions- sowie rezeptionsästhetischen Modell und ihrer Anwendung auf das Korpus zu den 1920er-1950er Jahren hinsichtlich ihrer Abweichung und Konstanz.

Publikationen

Monographie

Epiphanien. Religiöse Erfahrungen in deutschsprachiger Prosa der ästhetischen Moderne. Paderborn: Fink 2020.

Aufsätze

Poetische Äquivalenzen zwischen André Bretons Manifesten, Louis Aragons Der Pariser Bauer und Hans Henny Jahnns Die Nacht aus Blei, in: Karina Schuller/Isabell Fischer (Hg.): „Der Surrealismus in Deutschland (?)“, Interdisziplinäre Studien, Münster 2016, S. 124-140.

Poetologie der Einbildungskraft: Eine semantische Isotopie produktionsästhetischer Reflexionen bei Schelling, Novalis, Aragon und Breton, in: Sebastian Lübcke/Johann Thun (Hg.): Romantik und Surrealismus. Eine Wahlverwandtschaft? Berlin 2018, S. 35-54.

Epiphanien – Zur Poetik religiöser Erfahrungen in der ästhetischen Moderne: Novalis, Hofmannsthal, Jahnn, in: Tomas Sommadossi (Hg.): »Polytheismus der Einbildungskraft«. Wechselspiele von Literatur und Religion von der Aufklärung bis zur Gegenwart, Würzburg 2018, S. 193-213.

Auf der Suche nach religiösen Erfahrungen – Darstellungen und Funktionen von Epiphanien bei Wackenroder, Novalis und Hoffmann, in: Daniel Cyranka/Diana Matut/Christian Soboth (Hg.): Finden und Erfinden – Die Romantik und ihre Religionen 1790-1820, erscheint Würzburg 2019.

„ich gelobe euch, weniger in fantastischem Übermut zu luxurieren, frömmer, kindlicher zu sein“. Der Diskurs der Einbildungskraft in Rahmenerzählungen und Vorreden zu Kindermärchen bei den Brüdern Grimm, Hoffmann und Hauff. In: Fabula, Zeitschrift für Erzählforschung, Jg. 61 (2020

Marlene Streeruwitz’ Novelle morire in levitate. Anlass für eine Didaktik selbstreflexiven Erzählens. In: Sascha Kiefer, Torsten Mergen (Hg.): Gegenwartsnovellen. Literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Perspektiven im 21. Jahrhundert. Hannover: Wehrhahn 2021, S. 131-151.

Kleinere Beiträge

(Zs. mit Patricia Kotzauer): Rezension zu: Norman Kasper/Jochen Strobel (Hg.): Praxis und Diskurs der Romantik 1800-1900. Paderborn 2016, in: Blog Modell Romantik, 26.04.2017

Kyffhäuser-Sage : „…das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt, in: FAZ.NET, 20.08.2017

Literarische Sprache im Zeichen ekstatischer Kontingenzerfahrung. Rezension zu: Karl Heinz Bohrer, Das Erscheinen des Dionysos. Antike Mythologie und moderne Metapher. Berlin 2015, in: IASLonline, 05.12.2017

(Zs. mit Marc Emmerich/Mirjam Sauer): Tagungsbericht: Funktionen der Einbildungskraft um 1800, Jena, 01.03.2018-02.03.2018, in: H-Soz-Kult, 18.06.2018

Blaubär statt blauer Blume. In: Gestern | Romantik | Heute. Forum für Wissenschaft und Kultur, 31.03.2019 URL:

Vorträge

Poetische Äquivalenzen in Hans Henny Jahnns ‚Die Nacht aus Blei‘, André Bretons ‚Manifesten‘ und Louis Aragons ‚Le paysan de Paris‘ [Surrealismus in Deutschland (?), Kunstmuseum Pablo Picasso/Münster, 03.-05. März 2014]

(Profane) Epiphanien – Poetologien der Einbildungskraft bei Schelling, Novalis und Aragon [Romantisme et Surréalisme. Eine Wahlverwandtschaft?/ Une affinité elective?, CIERA – Interdisziplinäres Zentrum für Deutschlandstudien und -forschung, Université Lyon II, 18.-19. März 2016]

Auf der Suche nach religiösen Erfahrungen: Darstellungsverfahren und Funktionen von Epiphanien bei Wackenroder, Novalis und Hoffmann [Finden und Erfinden. Die Romantik und ihre Religionen 1790-1820,

Interdisziplinäres Zentrum für Pietismusforschung (IZP), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 17.-19. Mai 2017]

Epiphanien in fingierten Träumen – Ein Verfahren zur Generierung sakraler Deutungsschemata in der Prosa der ästhetischen Moderne. [Workshop, Graduiertenkolleg »Europäische Traumkulturen«, Universität des Saarlandes, Saarbrücken, 17.-18. Oktober 2017]

Einführung. [Funktionen der Einbildungskraft um 1800, Graduiertenkolleg „Modell Romantik“, Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1.-2. März 2018]

In die Distanz der Methode. Rekonstruktionen kultureller Räume und ihrer Dynamik im Literaturunterricht der Sekundarstufe II am Beispiel von Joseph Roths Roman Hiob. Intercultural Education Today. Teaching Literature and Other Media. 10.–12. Dezember 2018. Université du Luxembourg. Veranstaltet von der Key Area Migration and Intercultural Studies (MIS).

Alles Seemannsgarn? Phantastisch-romantische Strukturen und Motive in den Käpt’n Blaubär Clips. Jahrestagung der Gesellschaft für Phantastikforschung. 18.-21. September 2019. Freie Universität Berlin. Veranstaltet von der Kolleg-Forschergruppe Cinepoetics – Poetologien audiovisueller Bilder und Seminar für Filmwissenschaft.